Technisch-organisatorische Maßnahmen

Audit-Dokument gem. Art. 32 DSGVO — Version 2026-07-08, gültig ab 2026-07-08.

Dieses Dokument fasst die technischen und organisatorischen Maßnahmen (TOM) gem. Art. 32 DSGVO zusammen, die für den Betrieb der Software „Immobilien Butler“ wirksam sind. Es ist Anlage 1 zu jedem mit einem Mandanten geschlossenen Auftragsverarbeitungsvertrag.

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Verantwortlicher

Auftragnehmer im Sinne der AVV

IP Strategy UG (haftungsbeschränkt)
Niederrheinstraße 46f, 41472 Neuss
Deutschland
Vertretungsberechtigt: Ilya Piontek · Amtsgericht Neuss, HRB 23546

Anwendung: Immobilien Butler — SaaS für Immobilien- und Hausverwaltung.

1. Zweck dieses Dokuments

Dieses Dokument beschreibt die technischen und organisatorischen Maßnahmen (TOM) im Sinne von Art. 32 DSGVO, die der Auftragnehmer für den sicheren Betrieb der Software „Immobilien Butler“ implementiert hat. Es ist Bestandteil des AVV (Anlage 1) sowie eigenständige Anlage zu den AVV-Verträgen mit allen Mandanten und dient als Nachweis zur Sicherheit der Verarbeitung gemäß Art. 32 DSGVO.

2. Bezug zum Stand der Technik

Art. 32 Abs. 1 DSGVO verpflichtet den Verantwortlichen sowie den Auftragsverarbeiter, unter Berücksichtigung des Stands der Technik, der Implementierungskosten und der Art, des Umfangs, der Umstände und der Zwecke der Verarbeitung sowie der unterschiedlichen Eintrittswahrscheinlichkeit und Schwere des Risikos für die Rechte und Freiheiten natürlicher Personen geeignete technische und organisatorische Maßnahmen zu treffen. Da in „Immobilien Butler“ personenbezogene Daten von Eigentümern und Mietern (einschließlich IBAN, SEPA-Mandatsdaten, Vertrags- und Buchungsdaten) verarbeitet werden, gilt für diese Software ein erhöhtes Schutzbedarfsniveau. Die nachfolgenden Maßnahmen orientieren sich an den Empfehlungen des BSI (Mindeststandards), an ISO/IEC 27001 sowie an den Veröffentlichungen der Aufsichtsbehörden der Länder.

3. Implementierte Maßnahmen

Acht Kontrollbereiche gemäß § 64 BDSG / Anlage 1 zur AVV

1. Zutrittskontrolle (physischer Zugang zu DV-Anlagen)

Kein unbefugter Zutritt zu Servern, auf denen personenbezogene Daten verarbeitet werden.

  • Es werden keine eigenen Server-Räume betrieben. Hosting der Anwendung erfolgt durch Vercel Inc. (EU-Region „fra1“ / Frankfurt am Main).
  • Speicherung der Datenbank erfolgt durch Supabase Inc. auf AWS in Frankfurt (eu-central-1).
  • Speicherung der Dokumente erfolgt durch Cloudflare, Inc. (R2-Speicher, EU-Jurisdiktion).
  • Alle eingesetzten Subunternehmer sind nach ISO/IEC 27001 und/oder SOC 2 Type II zertifiziert; physische Zutrittskontrollen werden vertraglich gesichert.
  • Arbeitsplätze des Auftragnehmers sind verschlüsselt (FileVault / BitLocker), gerätegebunden (MDM-fähig) und werden bei Verlust ferngelöscht.

2. Zugangskontrolle (logischer Systemzugang)

Verhinderung der Nutzung der Software durch Unbefugte.

  • Anmeldung ausschließlich mit individueller E-Mail-Adresse und Passwort (keine Shared Accounts).
  • Passwort-Hashing mit scrypt (speicherhartes Key-Derivation-Verfahren); Klartext-Passwörter werden zu keinem Zeitpunkt persistiert oder protokolliert.
  • Passwort-Richtlinie: Mindestlänge 10 Zeichen, Höchstlänge 128 Zeichen, Buchstaben und Ziffern verpflichtend.
  • Pflichtwechsel des Passworts bei initial vom Master-Administrator gesetzten Konten (mustChangePassword-Flag); die Rotation wird auch auf der Mobile-API erzwungen.
  • Zwei-Faktor-Authentisierung (TOTP nach RFC 6238, 6-stellig, 30-Sekunden-Fenster, ±1-Step-Toleranz) für alle Nutzer aktivierbar; Mandant-weite 2FA-Pflicht durch den Mandant-Administrator konfigurierbar.
  • Fail-closed 2FA-Step-up: eine neue Sitzung gilt bis zur erfolgreichen TOTP-Verifikation als nicht verifiziert — Fehler im Verifikations-Pfad sperren den Zugang, statt ihn zu umgehen.
  • Anti-Replay für TOTP: ein einmal verwendetes Zeitfenster wird verbraucht und kann nicht erneut eingesetzt werden.
  • TOTP-Geheimnisse werden in der Datenbank ausschließlich AES-256-GCM-verschlüsselt abgelegt; der Verschlüsselungsschlüssel liegt außerhalb der Datenbank in den Vercel-Environment-Variablen.
  • Wiederherstellungs-Codes (10 Stück) werden bei der 2FA-Einrichtung einmalig im Klartext angezeigt, in der Datenbank ausschließlich als sha256-Hashes gespeichert und sind nach einmaliger Verwendung verbraucht (single-use, Anti-Replay).
  • 5-Versuch-Lockout über 15 Minuten für die Zwei-Faktor-Verifikation (BSI-Mindeststandard MFA, Anti-Brute-Force).
  • Schutz gegen Selbstaussperrung: die Deaktivierung des eigenen 2FA ist gesperrt, wenn die Mandant-Pflicht aktiv ist.
  • Brute-Force-Schutz auf der Anmelde-Route (Rate Limiting je IP/Konto).
  • Session-Management: signierte HTTP-only Cookies mit Secure-Flag und SameSite-Schutz; zusätzliche Origin-Prüfung über umgebungs-spezifische Trusted Origins (die Produktion akzeptiert ausschließlich die eigenen Domains).
  • Sitzungen deaktivierter Nutzer-Konten werden serverseitig abgewiesen — eine Kontosperrung wirkt sofort, nicht erst beim nächsten Login.
  • API-/Bearer-Tokens (Mobile-API, MCP-Zugänge) werden mit absoluter Ablaufzeit ausgestellt.
  • Automatische Abmeldung bei Inaktivität (5 / 10 / 15 / 30 / 60 Minuten oder deaktiviert), Standardwert 10 Minuten, pro Nutzer konfigurierbar; Cross-Tab-Synchronisation via localStorage-Events.
  • Keine öffentliche Selbstregistrierung — Konten werden ausschließlich per Einladung durch den Master- bzw. Mandant-Administrator angelegt.
  • Automatische Sperrung von Konten ausscheidender Nutzer durch den Mandant-Administrator.

3. Zugriffskontrolle (Berechtigungssteuerung)

Kein unbefugtes Lesen, Kopieren, Verändern oder Entfernen innerhalb der Anwendung.

  • Mehrstufiges Rollenmodell (master_admin, admin, user, steuerberater [read-only], buchhaltung, verwaltung, techniker sowie die externen Portal-Rollen owner und mieter) mit feingranularen Permissions (z. B. property.read, beleg.review, journal.post); Back-Office- und Admin-Flächen sind zusätzlich durch Autorisierungs-Gates abgesichert.
  • Externe Portal-Rollen (Eigentümer, Mieter) sehen ausschließlich die ihnen zugeordneten Objekte, Einheiten und Dokumente — keine Back-Office-Funktionen.
  • Mandantenscharfe Datenisolation: jede Datenbank-Abfrage wird auf die tenant_id des angemeldeten Nutzers eingeschränkt; ein fail-closed Scope-Guard weist Abfragen ohne Mandanten-Filter zur Laufzeit ab (Abdeckung: alle 40 mandantenbezogenen Tabellen).
  • Postgres Row-Level Security (RLS) ist auf allen Tabellen aktiviert (default-deny); die Tenant-Isolations-Policies als datenbankseitiger Backstop sind vorbereitet und Ende-zu-Ende verifiziert, die Aktivierung erfolgt nach Staging-Erprobung; ein Prüfskript sichert die Policy-Abdeckung aller Tabellen ab.
  • Master-Administrator-Konten unterliegen verschärften Anforderungen (mandatorische 2FA, geringere Idle-Timeout-Standardwerte).
  • Audit-Log aller geld-, daten- und sicherheitsrelevanten Vorgänge mit Vorher/Nachher-Werten, Nutzer-ID, IP-Adresse und Zeitstempel.
  • Speicherung von Geheimnissen (API-Schlüssel, AES-Schlüssel, Tokens) ausschließlich in Vercel-Environment-Variablen — niemals im Quellcode oder Git-Repository.
  • Datenschutzkonforme Vernichtung / Löschung über kaskadierende Foreign-Key-Löschungen sowie Soft-Delete-Marker, wo Aufbewahrungsfristen entgegenstehen.
  • Demo-Daten laufen in gekennzeichneten, isolierten Demo-Mandanten mit eigenem Lebenszyklus — keine Vermischung mit Echtdaten.

4. Weitergabekontrolle (sicherer Transport)

Kein unbefugtes Lesen, Kopieren, Verändern oder Entfernen bei elektronischer Übertragung.

  • Sämtlicher Datenverkehr zwischen Browser, Anwendung (Vercel), Datenbank (Supabase), Dokumentenspeicher (Cloudflare R2), KI-Provider (Anthropic) und E-Mail-Provider (Resend) erfolgt ausschließlich über TLS 1.2 oder höher.
  • Cloudflare R2 verschlüsselt sämtliche Objekte at-rest mit AES-256.
  • Supabase verschlüsselt die Datenbank at-rest mit AES-256 und stellt automatische SSL-Verbindungen bereit.
  • Dokumenten-Downloads erfolgen über zeitlich befristete, signierte URLs (Presigned URLs, TTL maximal 5 Minuten).
  • Content-Security-Policy mit per-Request-Nonce und Violation-Reporting; Betriebsmodus (Report-Only / Enforce) umgebungsgesteuert gemäß Härtungs-Plan.
  • MIME-Whitelist für sämtliche Datei-Uploads einschließlich eingehender E-Mail-Anhänge; nur eine inline-sichere Teilmenge (PDF, Bilder, Klartext) wird im Browser dargestellt — aktive Inhalte (HTML/SVG) werden abgewiesen (Stored-XSS-Härtung).
  • CSV-Exporte neutralisieren Formel-Injektion, damit Zellinhalte in nachgelagerten Tabellenkalkulationen nicht als Formeln ausgeführt werden.
  • E-Mail-Versand (Resend) und E-Mail-Empfang (Postmark Inbound) ausschließlich über TLS-verschlüsselte SMTP-Verbindungen.
  • Outbound-Mail an Dritte (Mahnwesen, NK-Abrechnungen, Mietvertrags-Versand) erfordert immer eine explizite Freigabe-Aktion eines Nutzers — kein automatischer Massenversand ohne menschliche Prüfung.

5. Eingabekontrolle (Nachvollziehbarkeit)

Feststellung, ob und von wem personenbezogene Daten in der Anwendung eingegeben, verändert oder entfernt worden sind (Art. 5 Abs. 2 DSGVO — Rechenschaftspflicht).

  • Audit-Log der Anwendung erfasst jede schreibende Aktion (insert / update / delete) mit dem auslösenden Nutzer-Konto, Tenant-ID, IP-Adresse und Zeitstempel.
  • Vorher- und Nachher-Werte werden für sicherheitsrelevante Tabellen (User, Session, Tenant, Mietvertrag, Beleg, MietzahlungSoll, BankTransaction, Journal) vollständig protokolliert.
  • Sicherheits-Events (auth.2fa.*, auth.mandant.2fa_policy_changed, user.totp.locked) werden mit erweiterten Metadaten (Versuchszähler, Lockout-Bis-Wann) erfasst.
  • Einträge im Audit-Log sind für Mandant-Administratoren in der Anwendung einsehbar (Menüpunkt System → Audit-Log).
  • Aufbewahrungsdauer Audit-Log: buchungsrelevante Einträge 10 Jahre (§ 147 AO, datenbankseitig gegen frühere Löschung gesichert); übrige Einträge mindestens 12 Monate. Backups verlängern dies faktisch.

6. Verfügbarkeitskontrolle

Schutz gegen zufälligen oder mutwilligen Verlust personenbezogener Daten.

  • Tägliche automatische Backups der Datenbank durch Supabase, einschließlich Point-in-Time Recovery (Wiederherstellung sekundengenau über die letzten 7 Tage).
  • Cloudflare R2 speichert Dokumente mit eingebauter geo-verteilter Redundanz; die Anwendung behandelt Objekte write-once (keine Lösch- oder Überschreib-Pfade, Löschung nur als Soft-Delete auf Datenbankebene) — Schutz gegen versehentlichen und anwendungsseitigen Datenverlust.
  • Täglich wird der vollständige Dokumentenbestand einseitig in ein unabhängiges WORM-Replikat kopiert (AWS S3 Frankfurt eu-central-1, Object Lock im Compliance-Modus, 10 Jahre Default-Retention); die Replikations-Zugangsdaten liegen auf einem von der Anwendung getrennten System. Erstes Voll-Replikat 07.07.2026, verifiziert (0 Abweichungen).
  • Vercel betreibt die Anwendung mit automatischem Multi-Region-Failover.
  • DDoS-Schutz und Bot-Mitigation durch Cloudflare.
  • Quartalsweise Restore-Drills: Wiederherstellung der Datenbank in ein separates Drill-Projekt mit Schema- und Datenintegritätsprüfung; erster erfolgreicher Drill am 05.07.2026 im Betriebs-Runbook dokumentiert.
  • Sentry-Monitoring für Anwendungs-Fehler; SLO-Alerts bei Anstieg der Fehlerrate.

7. Trennungskontrolle (Mandantentrennung)

Getrennte Verarbeitung von Daten, die zu unterschiedlichen Zwecken erhoben wurden.

  • Mandantenfähige Architektur ab Tag 1: jede Tabelle der Datenbank trägt eine tenant_id, jede Abfrage wird auf die tenant_id des Sitzungsbenutzers eingeschränkt; der Scope-Guard arbeitet fail-closed (Abfragen ohne Mandanten-Filter werden abgewiesen).
  • Dokumentenspeicher Cloudflare R2 verwendet pro Mandant einen eigenen Schlüsselpfad-Präfix (<tenant_id>/...).
  • Postgres Row-Level Security (RLS) ist auf allen Tabellen aktiviert (default-deny); die Tenant-Isolations-Policies sind vorbereitet, Ende-zu-Ende verifiziert und werden nach Staging-Erprobung als zusätzliche Datenbank-seitige Absicherung aktiviert.
  • Eingehende Beleg-E-Mails werden über mandantenspezifische Subdomains (belege@<tenant>.immobilien-butler.com) eindeutig zugeordnet.
  • Strikte logische Trennung von Test-, Staging- und Produktivumgebung — kein Datenabgleich zwischen Umgebungen.

8. Auftragskontrolle

Keine Auftragsdatenverarbeitung im Sinne von Art. 28 DSGVO ohne entsprechende Weisung des Auftraggebers.

  • Mit allen in Anlage 2 zur AVV genannten Subunternehmern bestehen schriftliche Auftragsverarbeitungsverträge gemäß Art. 28 DSGVO.
  • Bei Subunternehmern mit Sitz außerhalb der EU/EWR (insbesondere Anthropic für KI-gestützte Belegerkennung) erfolgt der Datentransfer auf Grundlage der EU-Standardvertragsklauseln (Durchführungsbeschluss 2021/914) sowie ergänzender technischer Maßnahmen (Zero Data Retention, kein Modelltraining mit Mandanten-Daten).
  • Dokumentation aller Subunternehmer-Verträge; jährliche Überprüfung der Sicherheits-Zertifizierungen (ISO 27001, SOC 2).
  • Aktualisierungen der Subunternehmer-Liste werden den Auftraggebern rechtzeitig vor dem Wirksamwerden mitgeteilt; ein Widerspruchsrecht aus berechtigtem Grund besteht.

4. Verfahren zur regelmäßigen Überprüfung

Datenschutz-Management mit dokumentierten internen Reviews mindestens einmal jährlich. Anlassbezogene Überprüfung zusätzlich bei: (a) Änderungen der Subunternehmer-Liste, (b) wesentlichen Architekturänderungen am Authentifizierungs- oder Speicher-Stack, (c) sicherheitsrelevanten Vorfällen, (d) neuen aufsichtsbehördlichen Vorgaben. Ergebnis-Dokumentation im internen Compliance-Ordner; sicherheitsrelevante Erkenntnisse fließen in eine neue TOM-Version ein und werden den Auftraggebern bei Wirksamwerden mitgeteilt.

5. Kontroll-Matrix

Mapping zu Art. 32 DSGVO, ISO/IEC 27001 und BSI-Mindeststandards

Kontroll-IDNorm / BezugErfüllt durch
AUTH-01Art. 32 Abs. 1 lit. b DSGVO — VertraulichkeitPasswort-Hashing (scrypt), TOTP-Secret-Verschlüsselung at rest (AES-256-GCM), TLS 1.2+ in transit, AES-256 at-rest in DB & R2
AUTH-02Art. 32 Abs. 1 lit. b DSGVO — IntegritätSignierte Sessions, unveränderliches Audit-Log, Backup-Code-Hashing, Postgres-Constraints + Foreign Keys
AUTH-03ISO/IEC 27001 A.5.16 — IdentitätsmanagementEindeutige User-IDs je Person, Mandant-Trennung, Lifecycle-Events im Audit-Log (invite, login, password-change, deactivate), sofortige Session-Abweisung deaktivierter Konten
AUTH-04ISO/IEC 27001 A.5.17 — Authentifizierungsinformationenscrypt-Hashing, Passwort-Richtlinie (min. 10 Zeichen, Buchstaben + Ziffern), sichere Speicherung, kein Klartext-Logging
AUTH-05ISO/IEC 27001 A.8.5 — Gesicherte AuthentifizierungMehr-Faktor-Authentifizierung (TOTP) mit fail-closed Step-up, optional WebAuthn/Passkeys (Roadmap), Mandant-weite Erzwingung
AUTH-06BSI Mindeststandard MFATOTP nach RFC 6238, Anti-Replay (verbrauchte Zeitfenster), Backup-Codes single-use, 5-Versuch-Lockout / 15 Min
DATA-01Art. 32 Abs. 1 lit. a DSGVO — Pseudonymisierung & VerschlüsselungTOTP-Secrets AES-256-GCM, DB at-rest AES-256 (Supabase), Object-Storage at-rest AES-256 (R2), TLS 1.2+ in transit
DATA-02Art. 32 Abs. 1 lit. c DSGVO — WiederherstellbarkeitTägliche automatische Backups, Point-in-Time Recovery (7 Tage), quartalsweise Restore-Drills (zuletzt erfolgreich 05.07.2026), R2 geo-verteilte Redundanz + write-once-Objekte, tägliches WORM-Replikat (AWS S3, Object Lock Compliance 10 Jahre), Vercel Multi-Region-Failover
DATA-03Art. 32 Abs. 1 lit. d DSGVO — WirksamkeitsprüfungVitest-Testabdeckung der Auth-Pfade (>200 Tests), CI-Gate (Lint, Typecheck, Tests) bei jedem Deploy, RLS-Policy-Abdeckungs-Prüfskript, dokumentierte Restore-Drills, jährliche Penetrationstest-Empfehlung
ACC-01Art. 5 Abs. 2 DSGVO — RechenschaftspflichtAudit-Log mit Vorher/Nachher-Werten für jede schreibende Aktion auf sicherheitsrelevanten Tabellen, einsehbar je Mandant
TENANT-01Art. 32 — Trennungsgebottenant_id in jeder Tabelle, fail-closed Scope-Guard (Laufzeit-Abweisung ungefilterter Abfragen, alle 40 Tabellen), RLS default-deny + vorbereitete Isolations-Policies mit Abdeckungs-Prüfskript, R2-Schlüsselpfad-Präfixe
SUB-01Art. 28 DSGVO — AuftragsverarbeitungAVV mit jedem Subunternehmer, Liste in Anlage 2 zur AVV, jährliche Sicherheits-Audits, SCC 2021/914 für Drittland-Transfers

6. Verbleibende Risiken und kompensierende Maßnahmen

Bewusst getragene Restrisiken — gemäß Art. 32 Abs. 1 DSGVO Risiko-Abwägung

Phishing-Resistenz von TOTP

TOTP ist nicht inhärent phishing-resistent (im Gegensatz zu Passkeys). Kompensation: kurze Session-Timeouts, IP- und User-Agent-Erfassung im Audit-Log, geplante Einführung von WebAuthn/Passkeys.

Verlust des zweiten Faktors durch den Nutzer

10 Backup-Codes als Recovery-Pfad. Bei Verlust sowohl des Geräts als auch der Backup-Codes: manueller Reset durch den Mandant-Administrator nach Identitätsprüfung; Vorgang im Audit-Log dokumentiert.

Insider-Risiko durch DB-Zugriff

TOTP-Secrets sind bei reinem DB-Zugriff nicht nutzbar — der AES-Schlüssel liegt außerhalb der DB. Backup-Codes sind sha256-gehasht und nicht reversibel. Passwort-Hashes (scrypt) sind ebenfalls nicht reversibel.

Datenbankseitige RLS-Erzwingung noch nicht aktiv

Die Mandantentrennung wird derzeit anwendungsseitig erzwungen (fail-closed Scope-Guard über alle 40 mandantenbezogenen Tabellen). Die RLS-Isolations-Policies als Datenbank-Backstop sind vorbereitet und Ende-zu-Ende verifiziert (05.07.2026); Aktivierung erfolgt nach Staging-Erprobung gemäß Härtungs-Plan.

Drittlandtransfer USA (Anthropic für KI-Belegerkennung)

EU-Standardvertragsklauseln (SCC 2021/914), Zero Data Retention beim Provider, vertraglicher Verzicht auf Modelltraining mit Mandanten-Daten. Mandant kann KI-Belegerkennung deaktivieren — Ausweichpfad ist die manuelle Beleg-Erfassung.

Session-Hijacking bei kompromittiertem Endgerät

HTTP-only + Secure Cookies mit SameSite-Schutz, Origin-Prüfung, TLS 1.2+ überall, automatische Idle-Abmeldung (Standard 10 Min), sofortige serverseitige Abweisung gesperrter Konten, IP-Erfassung im Audit-Log zur Anomalie-Erkennung.

7. Versionsstand und Pflege

VersionDatumÄnderung
2026-07-082026-07-08WORM-Replikat produktiv: täglicher einseitiger Kopiervorgang des Dokumentenbestands nach AWS S3 Frankfurt (Object Lock Compliance-Modus, 10 Jahre Default-Retention), Zugangsdaten getrennt von der Anwendung (§ 6). Audit-Log-Aufbewahrung präzisiert: buchungsrelevante Einträge 10 Jahre gem. § 147 AO, datenbankseitig erzwungen (§ 5). AWS als Subunternehmer in AVV Anlage 2 aufgenommen.
2026-07-062026-07-06Fortschreibung nach dem Pre-Launch-Hardening (Juni/Juli 2026): Korrektur des Passwort-Hash-Verfahrens auf scrypt (statt bcrypt), Passwort-Richtlinie präzisiert (Buchstaben- und Ziffern-Pflicht), Rollenmodell auf das erweiterte Modell aktualisiert (steuerberater, buchhaltung, verwaltung, techniker, Portal-Rollen owner/mieter), fail-closed Scope-Guard und RLS-Stand (default-deny aktiv, Policies vorbereitet und verifiziert) dokumentiert, neue Maßnahmen aufgenommen (fail-closed 2FA-Step-up, TOTP-Anti-Replay, Session-Abweisung deaktivierter Konten, Bearer-Token-Ablauf, Nonce-basierte CSP, MIME-Whitelist inkl. E-Mail-Anhänge, CSV-Formel-Injektions-Schutz, Demo-Mandanten-Isolation), erster erfolgreicher Restore-Drill (05.07.2026) und R2-write-once-Posture dokumentiert; Kontroll-Matrix und verbleibende Risiken entsprechend aktualisiert.
2026-05-082026-05-08Erstfassung als eigenständiges TOM-Dokument; Konsolidierung der bisher in AVV Anlage 1 gepflegten Maßnahmen mit Aufnahme der vollständigen Authentifizierungs-Maßnahmen (TOTP-Verschlüsselung at rest, Mandant-weite 2FA-Pflicht, 5-Versuch-Lockout, 10 Backup-Codes), Kontroll-Matrix zu DSGVO/ISO/BSI sowie Dokumentation verbleibender Risiken und kompensierender Maßnahmen.
Das Dokument wird mindestens jährlich sowie anlassbezogen (z. B. bei wesentlichen Änderungen am Authentifizierungs-Stack, Sicherheitsvorfällen oder neuen aufsichtsbehördlichen Vorgaben) überprüft und fortgeschrieben.